Was die An- und Abmeldung in der rotarischen Welt mit Wertschätzung zu tun hat

domenica 4 giugno 2023

DG Daniel Marbot

Als Governor des Rotary Distrikt 2000 hatte ich das Privileg, zahlreiche Veranstaltungen zu planen, zu organisieren und durchzuführen. Diese Zusammenkünfte sind mehr als nur gesellschaftliche Ereignisse; sie sind der Kern unserer Gemeinschaft, ein Raum, in dem wir uns persönlich begegnen, Ideen austauschen und unsere rotarischen Ziele umsetzen können. Doch in jüngster Zeit ist mir ein besorgniserregendes Muster aufgefallen: eine Vernachlässigung der An- und Abmeldungen.

In meiner beruflichen Rolle als Gastroplaner und Inhaber der Firma GEMASY habe ich dieses Phänomen nicht nur in der Rotary-Welt, sondern auch in anderen Bereichen des Lebens beobachtet. Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine achtköpfige Gruppe an mehreren Orten reserviert und dann spontan entscheidet, wo sie hingeht, oft ohne vorher abzusagen. Es scheint ein zeitgenössischer Trend zu sein, sich alle Optionen offen zu halten. Doch diese Praxis übersieht, dass hinter jeder Veranstaltung, jedem reservierten Tisch, ein erheblicher Aufwand an Zeit und Ressourcen steckt.

Die Vernachlässigung von An- und Abmeldungen ist nicht nur eine logistische Herausforderung. Sie berührt das Herz der Werte, die wir als Rotarier hegen - Anstand, Ehre und Wertschätzung. Diese sind mehr als moralische Wegweiser, sie sind unverzichtbare Instrumente, die uns durch die ständig wechselnden Gezeiten der Welt navigieren lassen.

An- und Abmeldungen gehen über blosse Höflichkeit hinaus; sie sind ein zentraler Pfeiler für das effektive Gelingen unserer Zusammenkünfte. Sie ermöglichen es unseren Gastgebern, effizient zu planen, sowohl in der Küche als auch im Service. Daher bilden sie ein Bindeglied zwischen unseren Absichten und der realen Auswirkung unserer Handlungen.

Warum also vernachlässigen einige von uns diese scheinbar einfache Geste? Liegt es an fehlender Digitalisierung, mangelndem Anstand, fehlender Einsicht oder vielleicht an fehlender Erfahrung im Organisieren von Veranstaltungen? Die Gründe können vielfältig sein, doch letztlich ist es unsere Aufgabe als Gemeinschaft, ein Umfeld zu fördern, das auf Respekt und Wertschätzung basiert.

Anstand ist keineswegs ein veraltetes Konzept, das in den Annalen der Geschichte verschwunden ist. Es manifestiert sich in einfachen Gesten wie dem «Grüezi» auf der Strasse, der Freundlichkeit gegenüber unseren Mitmenschen und natürlich der An- oder Abmeldung bei Veranstaltungen. Es geht nicht darum, ewig gestrig zu sein, sondern darum, eine Kultur des Respekts und der Wertschätzung zu pflegen.

Lasst uns An- und Abmeldungen nicht als blossen Formalismus betrachten, sondern als einen wesentlichen Teil unserer rotarischen Identität ansehen, als integralen Bestandteil unseres rotarischen Wesens erkennen. Gemeinsam sollten wir uns darum bemühen, diese Praxis konsequent umzusetzen. Es geht darum, als Rotarier Anstand, Ehre und Wertschätzung nicht nur in grossen Aktionen, sondern auch in den feinen Nuancen unseres täglichen Handelns zu demonstrieren.

Erkennen wir das An- und Abmelden nicht als trivial, sondern als Ausdruck unserer Achtung und Wertschätzung. Es mag eine kleine Geste sein, doch sie stärkt das Gefühl der Zusammengehörigkeit und trägt zur Stärkung unserer Rotary-Gemeinschaft bei. In unsicheren Zeiten bleibt sie eine konstante, stabilisierende Kraft und ein Zeichen unserer Treue zu unseren Werten.

Die Digitalisierung sollte kein Hindernis sein, sondern vielmehr eine Unterstützung. Mit unserer Kommunikationsplattform «Polaris» haben wir bereits ein effizientes Werkzeug zur Hand, das uns bei diesem Ziel unterstützt. Polaris ermöglicht es uns, An- und Abmeldungen zu Veranstaltungen auf einfache und intuitive Weise zu organisieren. Es unterstützt nicht nur unsere interne Kommunikation, sondern auch die zuverlässige und effiziente Planung unserer Treffen und Veranstaltungen. Lasst uns dieses wertvolle Werkzeug optimal nutzen und so eine Kultur des Respekts und der Wertschätzung pflegen.

Als Rotarier ist es unsere Verantwortung, hohe Standards einzuhalten und stetig unsere Praktiken zu verbessern. Der einfache Akt des An- und Abmeldens spiegelt unseren Respekt und unsere Wertschätzung für die Arbeit unserer Mitrotarier und unserer Gemeinschaft wider. Indem wir diese kleinen Akte der Rücksichtnahme beibehalten, legen wir den Grundstein für eine nachhaltige, respektvolle Kultur und stärken unsere Gemeinschaft.

Lasst uns zusammenarbeiten, um diese Werte zu stärken und anzuerkennen, dass jede Geste, so klein sie auch sein mag, einen Unterschied macht. Nutzen wir die An- und Abmeldung als Gelegenheit, unsere Gemeinschaft zu stärken, denn es sind diese grundlegenden Werte von Anstand und Wertschätzung, die uns als Rotarier auszeichnen. In Zeiten des Wandels sind es oft die kleinsten Gesten, die den grössten Unterschied machen.

Seien wir bereit, den Mut aufzubringen, uns für das Richtige zu engagieren und die einfachen Regeln des Anstands einzuhalten. Jede unserer Handlungen, so klein sie auch sein mag, hat das Potenzial, einen Unterschied zu machen. Nutzen wir diese Gelegenheit, um gemeinsam eine stärkere, respektvollere Rotary-Gemeinschaft aufzubauen. Engagieren wir uns in der Kunst des An- und Abmeldens und setzen wir ein starkes Zeichen für Respekt und Wertschätzung. Wem es schlicht nicht bewusst war, dass man sich für eine Veranstaltung nicht nur an- sondern, im Falle einer Nichtteilnahme, auch abmelden sollte, helfen diese Gedanken bei künftigen Veranstaltungen.

DG Daniel Marbot plädiert für konsquente An- und Abmeldungen.