Governorbrief - Oktober 2026

lunedì 28 settembre 2026

DG Dieter Bambauer

Was uns bleiben lässt

Liebe Mitglieder der Rotary- und Rotaract-Clubs unseres Distrikts 2000

Bei meinen Clubbesuchen wird viel über Mitglieder gesprochen. Fast überall stellt sich die Frage, wie neue Mitglieder gewonnen werden können. Manchmal sehr konkret, gelegentlich auch mit einiger Sorge.

Dabei ist mir eine andere Frage in den Sinn gekommen: Warum sind eigentlich diejenigen noch da, die vor zwanzig oder dreissig Jahren eingetreten sind?

Ich selbst wurde 1998 Rotarier. Warum ich damals zugesagt habe, weiss ich noch. Interessanter ist rückblickend, warum ich geblieben bin.

Nicht wegen Rotary International, nicht wegen Regeln und wohl auch nicht wegen der wöchentlichen Meetings. Geblieben bin ich wegen Menschen, aus denen Freunde wurden. Wegen gemeinsamer Erlebnisse. Wegen Aufgaben, die irgendwann meine waren. Und wegen der Erfahrung, dass aus einer Idee und einigen engagierten Menschen tatsächlich etwas entstehen kann.

Auf meinen Besuchen treffe ich viele Rotarier, die noch deutlich länger dabei sind als ich. Manche seit vierzig oder fünfzig Jahren. In dieser Zeit verändert sich fast alles: Beruf, Familie, Interessen, manchmal der Wohnort und nicht zuletzt man selbst. Und trotzdem bleibt Rotary über Jahrzehnte ein Teil des eigenen Lebens. Nicht immer gleich wichtig, vermutlich auch nicht immer gleich intensiv – aber es bleibt.

Warum?

Gerade wenn wir über Mitgliederentwicklung sprechen, finde ich diese Frage mindestens so interessant wie die nach der Gewinnung neuer Mitglieder. Wir beschäftigen uns intensiv damit, wen wir aufnehmen, wie wir jemanden ansprechen und wie wir Neue in den Club integrieren. Zu Recht. Aber was macht einen Club aus, dem Menschen nach zehn, zwanzig oder dreissig Jahren noch immer gerne angehören?

Ein Patentrezept dafür gibt es wohl nicht. Aber einiges begegnet mir immer wieder: Menschen, mit denen man gerne zusammen ist. Freundschaften, die weit über Rotary hinausgehen. Das Gefühl, einen Platz zu haben und etwas beitragen zu können. Und die Möglichkeit, auch nach vielen Jahren noch Neues zu erleben.

Aber zum Bleiben gehört mehr. Gemeinsam etwas zu tun, das anderen nützt, darf auch uns selbst etwas geben. Wenn eine Idee funktioniert oder ein Projekt gelingt, entsteht neben der Wirkung auch ein persönliches Erfolgserlebnis. Vielleicht sogar ein Stück Genuss. Das ist kein Widerspruch zum Dienst an anderen. Im Gegenteil: Wo Engagement auch Freude macht, bleibt man eher dabei.

Vielleicht führt die Frage, warum Menschen über Jahrzehnte bei Rotary bleiben, deshalb am Ende zu einer anderen: Was tragen wir selbst dazu bei, dass Rotary ein Ort bleibt, zu dem wir gerne gehören?

Herzliche rotarische Grüsse

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Dieter Bambauer


Eröffnung Haus der Freundschaft RI Convention 2024