ROBIJ gibt jungen Flüchtlingen eine Chance

föstudagur, 1. janúar 2021

Der Verein ROBIJ (Rotarier für die berufliche Integration Jugendlicher) ist Brückenbauer zwischen Unternehmen und jugendlichen Flüchtlingen, die einen Ausbildungsplatz suchen. Rot. Marianne Hopsch, Mitgründerin sowie Präsidentin des Vereins, hat schon früh erkannt, dass es ROBIJ braucht.

Im Jahr 2015 wurde das Thema „Einwanderung nach Europa“ omnipräsent in den Medien. Rot. Marianne Hopsch (RC Zürich-City) hatte sich schon zuvor mit der Thematik beschäftigt. Während des Programmjahrs 2015 kam sie aber in Kontakt mit besonders vielen Organisationen, die sich im Kanton Zürich mit der Migrationsthematik auseinandersetzen.

In dieser Zeit wurde die Rotarierin eines Missverhältnisses gewahr:  Viele geflüchtete Jugendliche suchen händeringend eine Lehrstelle. Auf der anderen Seite brauchen viele Ausbildungsbetriebe Lernende. Warum finden beide nicht viel besser zueinander, obwohl sie sich doch so sehr gerade das wünschen, was die anderen bieten?

Die Dinge anpacken
Das Thema liess sie nicht los. Mitstreitende im eigenen Club zu finden war anfänglich nicht so einfach. Bis eines Tages Hermann Delliehausen vom RC Zürich-Zürichberg (heute im RC Zurich Circle International) auf sie zukam. Nicht nur das Thema begeisterte ihn, er verfügte auch über die nötige Initiative, die Dinge anzupacken.

Gemeinsam mit einer Handvoll interessierter Rotarierinnen und Rotarier beider Clubs gründete Marianne Hopsch 2018 den Verein ROBIJ (Rotarier für die berufliche Integration Jugendlicher). ROBIJ hat sich das erfolgreiche Vernetzen von jugendlichen Flüchtlingen mit Betrieben, denen der Nachwuchs fehlt, zum Ziel gesetzt.

Berufliche Orientierung für Geflüchtete

Entstanden ist dabei unter anderen das Format „Berufserkundungstag“. Ein solcher lässt sich gut mit einem Tag der offenen Tür vergleichen. Bis zu 50 Jugendliche bekommen an einem Tag Einblick in einen Betrieb. Sie lernen die Mitarbeitenden vor Ort kennen und dürfen, wann immer möglich, an kleinen Schnupperstationen ihre handwerklichen Fähigkeiten entdecken. Das ist insofern sehr hilfreich, als viele Berufe ihnen gänzlich unbekannt sind. Wie soll zum Beispiel ein junger Afghane wissen, was ein Oberflächenpraktiker oder ein Kältesystemmonteur macht?

ROBIJ konnte seit der Gründung 190 Jugendlichen einen Berufserkundungstag ermöglichen. Diese fanden bei Unternehmen in ganz unterschiedlichen Branchen statt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Berufen, bei denen die Zahl unbesetzten Lehrstellen seit Jahren hoch ist. Beispiele sind folgende Bereiche:

  • Metallbauerei
  • Logistik
  • Schreinerei
  • Automobil-Assistenz
  • Detailhandel Elektro
  • Gärtnerei
  • Detailhandel Sport
  • Plattenlegerei

Dafür braucht es Rotary
Die Vernetzung ist ein steter Prozess mit Herausforderungen: Genau da, wo es noch Sand im Getriebe hat und etwas nicht gleich klappt, hilft der Verein ROBIJ. Genau da, wo es vermeintlich schwierig zu sein scheint, hinterfragt ROBIJ und erarbeitet Lösungswege, um eine solide Brücke zwischen den Jugendlichen und den Ausbildungsbetrieben zu bauen. Dafür braucht es aktive Rotary-Mitglieder, nämlich für die Suche nach aussergewöhnlichen Lösungen.

Hier geht es zu den nächsten Vorträgen über ROBIJ: https://robij.ch/veranstaltungskalender/

So können interessierte Rotarierinnen und Rotarier sowie Clubs dem Projekt unter die Arme greifen: https://robij.ch/informationen-fuer-interessierte-rotarier/

Hands-on: Im Rahmen eines Berufserkundungstags dürfen jugendliche Flüchtlinge bei der Scherrer-Metec AG in Zürich selbst Hand anlegen.

Weitere Bilder

Die Ernst Meier AG ist eines der Partner-Unternehmen von ROBIJ. Anfang dieses Jahres fand hier ein Berufserkundungstag statt.

Rot. Marianne Hopsch