Am 27. September trafen sich Rotarier und Rotaracter aus dem gesamten Distrikt zu einem Nachmittag, der ganz dem Dialog, der Begegnung und der gemeinsamen Zukunftsgestaltung gewidmet war.
Schon beim Eintreffen in der Café Bar Black1966 in Zürich entstand eine offene, neugierige Atmosphäre, in der sich Mitglieder aus unterschiedlichen Clubs schnell mischten und miteinander ins Gespräch kamen.
Organisiert und moderiert wurde der Anlass von Anne-Sophie Laumans-Ziegler und Michael Schaffner, unterstützt von DG Andrea Weber. Mit Klarheit, Fingerspitzengefühl und sichtbarem Engagement setzten die drei den Ton für einen Nachmittag, bei dem nicht der Ablauf, sondern das echte Miteinander im Mittelpunkt stand. In kurzen Vorstellungssequenzen präsentierten die Clubs ihre Vielfalt – von Grösse und Altersstruktur bis hin zu Schwerpunkten und Projekten – und machten zugleich deutlich, wie stark sie durch gemeinsame Werte verbunden sind.
Den inhaltlichen Auftakt bildete der Perspektivenblock. DGE Dieter Bambauer sprach über die Rolle von Rotary heute und morgen und betonte das Potenzial einer engen, partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Rotaract. Sein Appell war klar: Rotaract sei kein Reservoir an künftigen Mitgliedern, sondern ein eigenständiger Partner, der Rotary neue Energie, neue Sichtweisen und neue Impulse gebe. Im anschliessenden Gespräch mit Kay Bucher wurden Erwartungen, Reibungspunkte und Missverständnisse offen angesprochen. Kay schilderte aus seiner Zeit als Präsident von Rotaract Zürich Situationen, in denen Rotary und Rotaract besonders eng zusammengerückt waren, und erläuterte, wie wichtig persönlicher Kontakt für echtes Verständnis ist. Dieter Bambauer wiederum zeigte auf, was er sich als künftiger Governor an gegenseitiger Wahrnehmung und Offenheit wünscht – und wo er den grössten ungenutzten Hebel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sieht. Die Diskussion war geprägt von Ehrlichkeit, Respekt und der spürbaren Bereitschaft, Brücken weiter zu festigen.
Nach dem Zvieri folgte ein Workshop, der Lernen und Helfen miteinander verband. Jonas Frieg eröffnete mit einem Impuls zu den besonderen Stärken von Rotaract und den Chancen gemeinsamer Initiativen. Szymon Chlopek ergänzte dies mit einem persönlichen Erfahrungsbericht über seinen Schritt von Rotaract zu Rotary – ein Übergang, der von Vorfreude, aber auch von Unsicherheiten begleitet war. In gemischten Gruppendiskussionen beschäftigten sich die Teilnehmer anschliessend mit zwei Leitfragen: Wie kann Wissen über Generationen und Strukturen hinweg besser geteilt werden? Und welche gemeinsamen Projekte haben sich als besonders wirkungsvoll erwiesen? Die präsentierten Ergebnisse machten deutlich, dass Zusammenarbeit dort gelingt, wo Menschen sich kennen, wo Zuständigkeiten klar sind und Projekte von Haltung getragen werden und nicht von Formalitäten.
Anschliessend stellten verschiedene Teilnehmer Best Practices aus ihren Clubs vor. Sie berichteten von Projekten, die nicht nur organisatorisch funktioniert haben, sondern echte Wirkung entfaltet haben – Projekte, in denen die Zusammenarbeit «geklickt» hat, weil die Mischung aus Idee, Engagement und gemeinsamer Kultur stimmte. Die Beispiele boten Inspiration, zeigten Stolpersteine auf und gaben Clubs konkrete Hinweise, wie sie eigene Kooperationen zwischen Rotaract und Rotary vertiefen können.
Im Anschluss öffnete sich der Raum für eine gemeinsame Reflexion: In der offenen Runde teilten die Anwesenden ihre persönlichen Highlights des Tages, formulierten Wünsche und entwickelten erste Visionen für die künftige Zusammenarbeit. Viele betonten, wie sehr gegenseitiges Verständnis durch regelmässige Begegnungen wächst, und dass dauerhafte Formate nötig sind, um diese Brücken langfristig zu stärken.
Andrea Weber und Anne-Sophie Laumans-Ziegler fassten den Nachmittag mit dem Gedanken zusammen, dass man an diesem Tag nicht nur Ideen mitnehme, sondern auch Menschen, die man künftig anrufen werde. Am Ende stand ein gemeinsames Bild für die Zukunft: Wenn man sich in fünf Jahren wieder trifft, soll die Zusammenarbeit so selbstverständlich geworden sein, dass die entscheidende Frage nicht mehr lautet, ob man etwas gemeinsam macht, sondern nur noch, was man gemeinsam als Nächstes anpackt.