Governorbrief - November 2026

Freitag, 23. Oktober 2026

DG Dieter Bambauer

Die Foundation – Spenden ist nur die halbe Geschichte

Liebe Mitglieder der Rotary- und Rotaract-Clubs unseres Distrikts 2000

Wenn mir die Clubs bei meinen Besuchen ihre Projekte vorstellen, wird es immer sehr interessant. Im Mittelpunkt stehen oft Menschen, die Unterstützung brauchen und deren Lebenssituation wir verbessern können. Dafür organisieren unsere Clubs Benefizanlässe, sammeln Spenden, gewinnen Sponsoren und leisten unzählige Stunden freiwilliger Arbeit. Mitglieder bringen ihre Erfahrungen und Kontakte ein und packen selbst mit an. Nicht selten entstehen daraus Projekte, die über Jahre wachsen und das Clubleben prägen.

Vieles geschieht in der eigenen Region, wo man die Menschen kennt und unmittelbar erlebt, was die Unterstützung bewirkt. Das ist eine grosse Stärke unserer Clubs und ein wesentlicher Teil dessen, was Rotary ausmacht.

Aber unsere Möglichkeiten reichen weit über die eigene Region hinaus.

Denn Rotary besteht nicht nur aus seinen Clubs und der weltweiten Organisation Rotary International. Mit der Rotary Foundation haben wir eine dritte tragende Säule, die uns seit über hundert Jahren ermöglicht, unsere Kräfte und finanziellen Mittel zu bündeln. Sie gehört zum Fundament von Rotary und ist eine der grossen Stärken unserer internationalen Gemeinschaft.

November ist der Foundation-Monat. Ein guter Anlass, einmal nicht über Strukturen und Formalitäten zu sprechen, sondern darüber, was wir mit unserer Foundation bewegen können.

PolioPlus ist wohl das bekannteste Beispiel für ihre Wirkung. Und wer schon einmal Rotary-Schokolade, Wein, Nusstorten oder Tulpen zugunsten von PolioPlus gekauft hat, weiss, dass sich selbst das Spendensammeln recht angenehm gestalten lässt. Besonders eindrücklich ist dabei die Zusammenarbeit mit der Gates Foundation: Für jeden Dollar, den Rotary für PolioPlus aufbringt, steuert sie zwei weitere bei. So werden aus einem Dollar drei. Ein gewaltiger Hebel im Kampf gegen die Kinderlähmung.

Aber die Foundation ist weit mehr als Polio. Sie unterstützt Projekte in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Wasserversorgung, Frieden, wirtschaftliche Entwicklung, Umweltschutz und Gesundheit von Mutter und Kind. Und sie ist keineswegs nur für grosse internationale Vorhaben zuständig.

Mit District Grants können auch kleinere Projekte unserer Clubs unterstützt werden, durchaus in der eigenen Region. Global Grants eröffnen zusätzliche Möglichkeiten für grössere internationale Vorhaben, bei denen Clubs über Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten. Besonders interessant ist dabei die Finanzierung: Die Foundation steuert aus ihrem Weltfonds zusätzliche Mittel bei und verstärkt damit den finanziellen Einsatz der beteiligten Clubs und Distrikte erheblich. Aus einem Projekt, das zunächst kaum finanzierbar erscheint, kann so ein realisierbares Vorhaben werden.

Damit das funktioniert, braucht es natürlich eine solide finanzielle Grundlage.

Der Annual Fund ist der zentrale Spendentopf der Foundation. Gespeist wird er durch freiwillige Beiträge einzelner Mitglieder und durch Spenden unserer Clubs. Nach drei Jahren steht ein Teil dieser Mittel den Distrikten zur Verfügung, um damit wiederum Projekte zu unterstützen. Wir finanzieren also gemeinsam Möglichkeiten, von denen auch unsere eigenen Clubs profitieren können.

Viele Clubs leisten bereits regelmässig Beiträge an die Foundation. Andere Mitglieder spenden zusätzlich persönlich. Dahinter steht auch die Idee von EREY – Every Rotarian Every Year: möglichst jedes Jahr ein freiwilliger Beitrag jedes Mitglieds, direkt oder über den Club, mit 100 US-Dollar als Orientierung.

Das ist weder eine zusätzliche Verpflichtung noch ein Massstab für rotarisches Engagement. Wer mit viel persönlichem Einsatz und finanziellen Mitteln Projekte seines Clubs unterstützt, leistet bereits einen wertvollen Beitrag. EREY ist vielmehr die Einladung, sich darüber hinaus auch an den gemeinsamen Möglichkeiten aller Rotary Clubs zu beteiligen.

Und damit komme ich zu einem Punkt, der mir besonders wichtig ist: Wir sollten die Foundation nicht nur finanzieren, sondern auch nutzen.

Es wäre schade, wenn gute Projektideen allein deshalb kleiner blieben, weil niemand daran gedacht hat, die Unterstützung durch einen District Grant oder Global Grant zu prüfen. Natürlich sind damit Anforderungen verbunden. Aber dafür haben wir im Distrikt erfahrene Ansprechpartner, die gerne weiterhelfen.

Vielleicht ist dieser Foundation-Monat ein guter Anlass, sich zwei Fragen zu stellen: Was möchte ich persönlich zu unserer gemeinsamen Stiftung beitragen? Und gibt es in meinem Club eine Projektidee, bei der die Foundation helfen könnte, mehr zu erreichen?

Denn unsere Foundation lebt von beidem: von denen, die etwas geben, und von denen, die damit etwas bewegen.

Wer sich näher mit der Foundation beschäftigen möchte, findet hier eine gut verständliche Übersicht.

 

Herzliche rotarische Grüsse

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Dieter Bambauer, DG 2026/27