Die
Foundation – Spenden ist nur die halbe Geschichte
Liebe Mitglieder der Rotary- und Rotaract-Clubs unseres Distrikts 2000
Wenn mir die Clubs bei meinen Besuchen ihre Projekte vorstellen, wird es
immer sehr interessant. Im Mittelpunkt stehen oft Menschen, die Unterstützung
brauchen und deren Lebenssituation wir verbessern können. Dafür organisieren
unsere Clubs Benefizanlässe, sammeln Spenden, gewinnen Sponsoren und leisten
unzählige Stunden freiwilliger Arbeit. Mitglieder bringen ihre Erfahrungen und
Kontakte ein und packen selbst mit an. Nicht selten entstehen daraus Projekte,
die über Jahre wachsen und das Clubleben prägen.
Vieles geschieht in der eigenen Region, wo man die Menschen kennt und
unmittelbar erlebt, was die Unterstützung bewirkt. Das ist eine grosse Stärke
unserer Clubs und ein wesentlicher Teil dessen, was Rotary ausmacht.
Aber unsere Möglichkeiten reichen weit über die eigene Region hinaus.
Denn Rotary besteht nicht nur aus seinen Clubs und der weltweiten
Organisation Rotary International. Mit der Rotary Foundation haben wir
eine dritte tragende Säule, die uns seit über hundert Jahren ermöglicht, unsere
Kräfte und finanziellen Mittel zu bündeln. Sie gehört zum Fundament von Rotary
und ist eine der grossen Stärken unserer internationalen Gemeinschaft.
November ist der Foundation-Monat. Ein guter Anlass, einmal
nicht über Strukturen und Formalitäten zu sprechen, sondern darüber, was wir mit
unserer Foundation bewegen können.
PolioPlus ist wohl das bekannteste Beispiel
für ihre Wirkung. Und wer schon einmal Rotary-Schokolade, Wein, Nusstorten oder Tulpen zugunsten von PolioPlus gekauft hat, weiss, dass sich
selbst das Spendensammeln recht angenehm gestalten lässt. Besonders
eindrücklich ist dabei die Zusammenarbeit mit der Gates Foundation: Für jeden
Dollar, den Rotary für PolioPlus aufbringt, steuert sie zwei weitere bei. So
werden aus einem Dollar drei. Ein gewaltiger Hebel im Kampf gegen die
Kinderlähmung.
Aber die Foundation ist weit mehr als Polio. Sie unterstützt Projekte in
den Bereichen Gesundheit, Bildung, Wasserversorgung, Frieden, wirtschaftliche
Entwicklung, Umweltschutz und Gesundheit von Mutter und Kind. Und sie ist
keineswegs nur für grosse internationale Vorhaben zuständig.
Mit District Grants können auch kleinere Projekte unserer Clubs
unterstützt werden, durchaus in der eigenen Region. Global Grants
eröffnen zusätzliche Möglichkeiten für grössere internationale Vorhaben, bei
denen Clubs über Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten. Besonders interessant
ist dabei die Finanzierung: Die Foundation steuert aus ihrem Weltfonds
zusätzliche Mittel bei und verstärkt damit den finanziellen Einsatz der
beteiligten Clubs und Distrikte erheblich. Aus einem Projekt, das zunächst kaum
finanzierbar erscheint, kann so ein realisierbares Vorhaben werden.
Damit das funktioniert, braucht es natürlich eine solide finanzielle
Grundlage.
Der Annual Fund ist der zentrale Spendentopf der Foundation. Gespeist
wird er durch freiwillige Beiträge einzelner Mitglieder und durch Spenden
unserer Clubs. Nach drei Jahren steht ein Teil dieser Mittel den Distrikten zur
Verfügung, um damit wiederum Projekte zu unterstützen. Wir finanzieren also
gemeinsam Möglichkeiten, von denen auch unsere eigenen Clubs profitieren
können.
Viele Clubs leisten bereits regelmässig Beiträge an die Foundation.
Andere Mitglieder spenden zusätzlich persönlich. Dahinter steht auch die Idee
von EREY – Every Rotarian Every Year: möglichst jedes Jahr ein
freiwilliger Beitrag jedes Mitglieds, direkt oder über den Club, mit 100
US-Dollar als Orientierung.
Das ist weder eine zusätzliche Verpflichtung noch ein Massstab für
rotarisches Engagement. Wer mit viel persönlichem Einsatz und finanziellen
Mitteln Projekte seines Clubs unterstützt, leistet bereits einen wertvollen
Beitrag. EREY ist vielmehr die Einladung, sich darüber hinaus auch an den
gemeinsamen Möglichkeiten aller Rotary Clubs zu beteiligen.
Und damit
komme ich zu einem Punkt, der mir besonders wichtig ist: Wir sollten die
Foundation nicht nur finanzieren, sondern auch nutzen.
Es wäre schade, wenn gute Projektideen allein deshalb kleiner blieben,
weil niemand daran gedacht hat, die Unterstützung durch einen District Grant
oder Global Grant zu prüfen. Natürlich sind damit Anforderungen verbunden. Aber
dafür haben wir im Distrikt erfahrene Ansprechpartner, die gerne weiterhelfen.
Vielleicht ist dieser
Foundation-Monat ein guter Anlass, sich zwei Fragen zu stellen: Was möchte ich persönlich zu unserer gemeinsamen
Stiftung beitragen? Und gibt es in meinem Club eine Projektidee, bei der die
Foundation helfen könnte, mehr zu erreichen?
Denn unsere
Foundation lebt von beidem: von denen, die etwas geben, und von denen, die
damit etwas bewegen.
Wer sich näher mit der Foundation beschäftigen möchte, findet hier eine gut verständliche Übersicht.
Herzliche rotarische Grüsse

Dieter Bambauer, DG 2026/27